Über die Frau, die irgendwo zwischen Wäschebergen, Kinderterminen und Familienalltag ein kleines Stück von sich selbst verloren hat – und warum es nie zu spät ist, sie wiederzufinden.
Wann hast du eigentlich das letzte Mal etwas nur für dich getan? Nicht für deine Kinder, nicht für deinen Partner und auch nicht, weil noch irgendetwas erledigt werden musste. Sondern einfach, weil du Lust darauf hattest.
Vielleicht musst du gerade ziemlich lange überlegen.
Früher hattest du Träume, spontane Ideen und ganze Nachmittage, an denen du machen konntest, worauf du Lust hattest. Heute weißt du manchmal nicht einmal mehr, wann du zuletzt einen Kaffee getrunken hast, solange er noch warm war.
Und irgendwo zwischen all den Aufgaben taucht plötzlich diese Frage auf: Wo bin eigentlich ich geblieben?
Wenn aus deinem Namen plötzlich nur noch Mama wird
Du bist diejenige, die weiß, wann der nächste Kinderarzttermin ansteht, welche Brotdose wem gehört und welches Kuscheltier abends auf keinen Fall fehlen darf.
Du organisierst Geburtstage, denkst an Wechselkleidung und erinnerst dich an Dinge, die alle anderen längst vergessen haben.
Aber wann hat dich eigentlich das letzte Mal jemand gefragt, was du dir wünschst?
Nicht, was die Kinder brauchen. Nicht, was am Wochenende geplant ist. Sondern was dich glücklich macht.
Manchmal sind wir so sehr damit beschäftigt, für alle anderen da zu sein, dass wir uns selbst kaum noch wahrnehmen.
Erinnerst du dich noch an die Frau von früher?
Vielleicht bist du früher spontan mit deinen Freundinnen ausgegangen. Hast stundenlang Musik gehört, bist verreist oder einfach einen ganzen Sonntag im Bett geblieben.
Vielleicht hattest du große berufliche Pläne oder ein Hobby, für das du heute kaum noch Zeit findest.
Natürlich verändert sich das Leben, wenn man Kinder bekommt. Und vieles davon ist wunderschön.
Aber manchmal vermisst du diese alte Version von dir. Die Frau, die nicht ständig auf die Uhr schauen musste und Entscheidungen treffen konnte, ohne vorher an fünf andere Menschen zu denken.

Warum wir uns selbst manchmal aus den Augen verlieren
Es passiert nicht von heute auf morgen. Du gibst ein Hobby auf, weil die Zeit fehlt. Verschiebst ein Treffen, weil ein Kind krank ist. Und irgendwann kannst du dich kaum noch erinnern, wann du zuletzt etwas nur für dich gemacht hast.
Aus kleinen Kompromissen werden Gewohnheiten. Und plötzlich stehen deine eigenen Wünsche ganz unten auf einer Liste, die niemals kürzer wird.
Du darfst deine Kinder lieben und dein altes Leben vermissen
Es gibt Tage, an denen du nichts lieber möchtest, als deine Kinder ganz fest in den Arm zu nehmen. Und dann gibt es Tage, an denen du einfach nur alleine sein willst.
Ohne Fragen. Ohne Streit. Ohne dass jemand „Mama!“ ruft, sobald du die Badezimmertür schließt.
Beides darf gleichzeitig existieren.
Du kannst deine Familie über alles lieben und trotzdem manchmal von einem Wochenende träumen, an dem du ausschließlich für dich selbst verantwortlich bist.
Das bedeutet nicht, dass du dein altes Leben zurückhaben möchtest. Vielleicht möchtest du einfach nur wieder ein bisschen mehr Platz für dich in deinem heutigen Leben finden.
Irgendwann sind alle versorgt – nur du selbst nicht
Die Kinder sind gebadet, das Abendessen ist weggeräumt und endlich ist es ruhig.
Eigentlich könntest du jetzt etwas für dich tun. Ein Buch lesen, Sport machen, deine Freundin anrufen oder etwas anfangen, das dir früher Spaß gemacht hat.
Stattdessen sitzt du erschöpft auf dem Sofa und scrollst durch dein Handy, bis dir fast die Augen zufallen.
Und morgen beginnt alles wieder von vorne.
Manchmal ist es nicht einmal die fehlende Zeit, die uns davon abhält, etwas für uns zu tun. Es ist die Tatsache, dass wir am Ende des Tages überhaupt keine Energie mehr dafür haben.
Du musst nicht warten, bis die Kinder groß sind
Wie oft sagen wir uns eigentlich: „Wenn die Kinder erst einmal größer sind, dann ...“?
Dann mache ich wieder mehr Sport. Dann treffe ich mich häufiger mit meinen Freundinnen. Dann kümmere ich mich wieder um meine eigenen Wünsche.
Aber warum eigentlich erst dann?
Vielleicht beginnt es mit einer Stunde, die nur dir gehört. Einem Spaziergang ohne Kinderwagen. Einem Abend mit deiner besten Freundin. Oder damit, endlich wieder das Kleid anzuziehen, in dem du dich früher so schön gefühlt hast.
Es müssen keine großen Veränderungen sein. Und natürlich ist es nicht immer einfach, sich diese Zeit im Familienalltag freizuschaufeln.
Aber auch deine Wünsche verdienen einen Platz in deinem Leben.

Du bist nicht nur Mama. Du bist immer noch du.
Vielleicht wirst du nie wieder genau die Frau sein, die du vor deinen Kindern warst. Und vielleicht möchtest du das auch gar nicht.
Denn das Mamasein hat dich verändert. Du hast Dinge geschafft, von denen du früher nicht einmal wusstest, dass du sie schaffen kannst. Du bist gewachsen, hast gelernt und ganz neue Seiten an dir entdeckt.
Aber die Frau von damals ist nicht verschwunden.
Sie steckt immer noch in dir. Mit ihren Träumen, ihrem Humor, ihren verrückten Ideen und all den Dingen, die sie glücklich machen.
Vielleicht ist es an der Zeit, sie wieder ein bisschen öfter zum Vorschein kommen zu lassen.
Nicht irgendwann, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Nicht erst, wenn die Wäsche erledigt und die Wohnung perfekt aufgeräumt ist.
Sondern jetzt. Mitten in diesem wunderschönen, chaotischen Leben darfst du dich wiederfinden.
Denn deine Kinder dürfen erleben, dass auch Mama eigene Wünsche und Träume hat. Und du darfst dir ein Leben gestalten, in dem du nicht nur für andere da bist, sondern auch für dich selbst.