Andere Mamas schaffen das doch auch – oder etwa nicht?
Über perfekte Familienbilder, den ständigen Vergleich mit anderen Müttern und das Gefühl, nie genug zu schaffen. Warum wir manchmal vergessen, dass hinter jeder scheinbar perfekten Mama ein ganz normaler Alltag steckt.
Kennst du diese Mamas, bei denen scheinbar immer alles funktioniert? Die Kinder sind ordentlich angezogen, die Wohnung sieht aus wie aus einem Einrichtungsmagazin und selbst das Mittagessen ist frisch gekocht.
Während du morgens schon dreimal „Zieh endlich deine Schuhe an!“ gerufen hast, scheint bei anderen Familien alles ganz entspannt zu laufen.
Und plötzlich fragst du dich: Warum bekomme ich das eigentlich nicht so hin?
Dabei vergisst du etwas ganz Entscheidendes: Du siehst bei anderen meistens nur das, was sie dich sehen lassen.
Wenn alle anderen scheinbar alles im Griff haben
Der Mama Vergleich ist wieder da: Du öffnest Instagram und siehst eine Mama, die morgens schon Sport gemacht, ein gesundes Frühstück vorbereitet und anschließend mit ihren Kindern gebastelt hat.
Eine andere zeigt ihre wunderschön aufgeräumte Wohnung. Die nächste erzählt, wie entspannt ihre Kinder abends alleine einschlafen.
Und du?
Du bist froh, wenn morgens alle rechtzeitig das Haus verlassen und niemand seine Sporttasche vergessen hat.
Natürlich weißt du, dass soziale Medien nicht immer die Realität zeigen. Trotzdem vergleichst du dich. Manchmal ganz unbewusst.
Und plötzlich fühlt sich dein eigener Alltag irgendwie nicht mehr gut genug an.

Was du auf den perfekten Familienbildern nicht siehst
Vielleicht hat die Mama mit der wunderschönen Wohnung gestern Abend noch zwei Stunden aufgeräumt. Vielleicht gab es vor dem perfekten Familienfoto einen riesigen Streit, weil niemand die Schuhe anziehen wollte.
Und vielleicht sitzt die Mama, die scheinbar alles im Griff hat, abends genauso erschöpft auf dem Sofa wie du.
Wir kennen die Geschichten hinter den Bildern nicht.
Wir sehen den selbst gebackenen Geburtstagskuchen, aber nicht unbedingt das Chaos, das vorher in der Küche geherrscht hat. Wir sehen das lachende Kind auf dem Spielplatz, aber nicht den Wutanfall auf dem Heimweg.
Warum wir uns ständig mit anderen Müttern vergleichen
Wir vergleichen unseren kompletten Alltag mit den schönsten Momenten anderer Familien.
Dabei vergessen wir, dass jede Familie andere Voraussetzungen hat. Manche Mütter bekommen viel Unterstützung, andere müssen den größten Teil des Alltags alleine bewältigen.
Was bei einer Familie ganz selbstverständlich funktioniert, kann bei einer anderen eine riesige Herausforderung sein.
Und trotzdem erwarten wir häufig, genauso viel zu schaffen wie alle anderen.
Warum haben wir eigentlich so hohe Erwartungen an uns selbst?
Wir möchten geduldige Mamas sein. Gesund kochen, die Kinder fördern, eine schöne Wohnung haben, arbeiten, unsere Partnerschaft pflegen und am besten auch noch regelmäßig Sport machen.
Und natürlich sollen wir dabei möglichst entspannt bleiben.
Aber was passiert, wenn das Baby die halbe Nacht wach war, das Schulkind seine Hausaufgaben verweigert und das Mittagessen schon wieder aus Nudeln besteht?
Dann haben wir schnell das Gefühl, versagt zu haben.
Dabei erwarten wir manchmal Dinge von uns selbst, die wir von einer guten Freundin niemals verlangen würden.
Würdest du ihr wirklich sagen, dass sie eine schlechte Mama ist, weil ihre Kinder heute zu viel ferngesehen haben oder die Wäsche seit drei Tagen im Korb liegt?
Wahrscheinlich nicht.
Warum gehen wir dann mit uns selbst so streng um?

Auch die geduldigste Mama verliert manchmal die Nerven
Es gibt Tage, an denen du ruhig bleibst, liebevoll erklärst und jeden Streit mit einer Engelsgeduld begleitest.
Und dann gibt es diese anderen Tage.
Du hast schlecht geschlafen, bist ohnehin schon spät dran und dein Kind entscheidet genau jetzt, dass es auf keinen Fall die blaue Hose anziehen wird.
Irgendwann wirst du laut. Vielleicht reagierst du ungerecht und entschuldigst dich später dafür.
Und abends liegst du im Bett und denkst ausgerechnet an diesen einen Moment zurück.
Nicht an die hundert anderen Dinge, die du heute für deine Kinder getan hast.
Sondern an die fünf Minuten, in denen du nicht die Mama warst, die du gerne gewesen wärst.
Deine Kinder brauchen keine perfekte Kindheit
Vielleicht gibt es bei euch manchmal Tiefkühlpizza statt selbst gekochtem Gemüse. Vielleicht bleibt das Kinderzimmer tagelang unaufgeräumt und manchmal fällt der geplante Familienausflug einfach aus.
Das bedeutet nicht, dass deinen Kindern etwas fehlt.
Kinder brauchen keine Mutter, die immer alles richtig macht. Sie brauchen Menschen, die für sie da sind, ihnen zuhören, Grenzen setzen und auch eigene Fehler eingestehen können.
Vielleicht erinnern sie sich später gar nicht daran, ob der Geburtstagskuchen selbst gebacken oder gekauft war.
Aber möglicherweise erinnern sie sich daran, wie ihr gemeinsam die Kerzen ausgepustet habt. Wie ihr an einem verregneten Sonntag im Schlafanzug Filme geschaut oder beim Abendessen so sehr gelacht habt, dass niemand mehr aufhören konnte.
Es sind nicht immer die perfekt geplanten Momente, die eine schöne Kindheit ausmachen.
Vielleicht sollten wir einander öfter die Wahrheit erzählen
Wie schön wäre es eigentlich, wenn wir Mamas nicht immer nur erzählen würden, was gerade besonders gut funktioniert?
Wenn wir auch einmal zugeben könnten, dass wir heute völlig überfordert waren. Dass unsere Kinder sich gestritten haben, die Wohnung aussieht wie ein Schlachtfeld und wir uns manchmal einfach nur nach Ruhe sehnen.
Vielleicht würde die Mama neben uns erleichtert aufatmen und sagen: „Bei uns ist es genauso!“
Denn häufig glauben wir, mit unseren Schwierigkeiten alleine zu sein, obwohl andere Familien ganz ähnliche Herausforderungen erleben.
Wir müssen nicht ständig beweisen, dass wir alles schaffen.
Manchmal reicht es schon, ehrlich miteinander zu sein.

Du musst nicht so sein wie die anderen Mamas
Vielleicht ist deine Freundin unglaublich organisiert, während du eher spontan durch den Tag gehst. Vielleicht liebt die Mama aus dem Kindergarten das Basteln, während du lieber mit deinen Kindern draußen unterwegs bist.
Und vielleicht gibt es bei anderen Familien jeden Abend ein frisch gekochtes Essen, während ihr manchmal einfach gemeinsam belegte Brote am Küchentisch esst.
Ihr seid unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Kindern, Möglichkeiten und Bedürfnissen.
Was in einer Familie wunderbar funktioniert, muss für deine Familie nicht automatisch richtig sein.
Du darfst dir bei anderen Ideen holen, Dinge ausprobieren und dich inspirieren lassen. Aber du musst nicht versuchen, eine Kopie von jemand anderem zu werden.
Und wenn du das nächste Mal durch Instagram scrollst und das Gefühl bekommst, alle anderen hätten ihr Leben besser im Griff, dann erinnere dich daran:
Du siehst einen kleinen Ausschnitt aus ihrem Leben. Nicht ihren gesamten Alltag.
Deine Kinder brauchen nicht die Mama, die auf Instagram alles perfekt macht. Sie brauchen dich – mit deiner Liebe, deinem Humor, deinen Fehlern und all den kleinen Dingen, die eure Familie einzigartig machen.