Das letzte Mal wird kommen und du wirst es nicht einmal bemerken
Es gibt diesen einen Moment, in dem du dein Kind zum letzten Mal auf den Arm nimmst. Du setzt es wieder ab, machst das Abendessen, räumst die Küche auf und denkst nicht weiter darüber nach.
Du weißt nicht, dass es das letzte Mal war.
Und genau das ist das Verrückte am Mamasein: Während wir versuchen, irgendwie durch den Alltag zu kommen, werden unsere Kinder jeden Tag ein kleines Stück größer.
Wenn aus „Mama, trag mich!“ plötzlich „Ich kann das alleine!“ wird
Erinnerst du dich noch daran, wie dein Kind überallhin getragen werden wollte? Wie es nachts nach dir gerufen hat und morgens am liebsten direkt zu dir ins Bett gekrabbelt ist?
Damals hast du dir vielleicht gewünscht, endlich wieder durchschlafen zu können. Endlich beide Hände frei zu haben. Endlich einmal in Ruhe einen Kaffee zu trinken.
Und plötzlich kommt dieser Tag, an dem dein Kind alleine einschläft. Es braucht deine Hand nicht mehr, zieht sich selbst an und möchte den Schulweg irgendwann ohne dich gehen.
Du bist unglaublich stolz. Und gleichzeitig tut es ein kleines bisschen weh.
Die letzten Male kündigen sich nicht an
Niemand sagt dir, dass du heute zum letzten Mal ein Gute-Nacht-Lied singen wirst. Dass dein Kind morgen nicht mehr auf deinen Schoß klettert oder irgendwann aufhört, dir jeden kleinen Gedanken zu erzählen.
Diese letzten Male passieren einfach. Zwischen Wäschebergen, Hausaufgaben und der Frage, was es heute zum Abendessen gibt.
Und meistens erkennen wir sie erst, wenn sie längst vorbei sind.
Warum uns kleine Abschiede so berühren
Es sind nicht unbedingt die großen Meilensteine, die uns später fehlen. Oft sind es die kleinen Gewohnheiten, die unseren Alltag jahrelang begleitet haben.
Das morgendliche Kuscheln, die winzige Hand in unserer oder das Kind, das unbedingt neben Mama sitzen möchte.
Erst wenn diese Dinge verschwinden, merken wir manchmal, wie viel sie uns bedeutet haben.
Du musst nicht jeden Moment genießen

Kennst du diese gut gemeinten Ratschläge? „Genieß die Zeit, sie werden so schnell groß!“
Aber manchmal ist der Alltag einfach anstrengend. Manchmal möchtest du nicht noch eine Geschichte vorlesen, nicht zum fünften Mal dasselbe Spiel spielen und auch nicht ständig gebraucht werden.
Und das ist völlig in Ordnung.
Du musst nicht jeden Augenblick wunderschön finden, nur weil du weißt, dass die Kindheit irgendwann vorbei sein wird. Du darfst erschöpft sein, genervt sein und dich auf einen ruhigen Abend freuen.
Das macht die gemeinsamen Momente nicht weniger wertvoll.
Irgendwann wirst du genau dieses Chaos vermissen
Vielleicht wirst du irgendwann durch dein aufgeräumtes Wohnzimmer laufen und dich daran erinnern, wie überall Spielzeug herumlag.
Vielleicht vermisst du eines Tages die kleinen Füße, die nachts in dein Bett gekrochen sind. Die endlosen Fragen beim Einkaufen. Oder dieses laute „Mama!“, das du heute gefühlt hundertmal am Tag hörst.
Natürlich kommen dafür neue, wunderschöne Momente. Tiefgründige Gespräche, gemeinsame Unternehmungen und irgendwann vielleicht sogar eine Freundschaft auf Augenhöhe.
Aber diese eine Version deines Kindes, die es heute ist, wird es nie wieder geben.
Manchmal dürfen die Dinge einfach warten
Vielleicht lässt du heute Abend die Wäsche liegen und liest doch noch eine Geschichte. Vielleicht bleibst du morgens fünf Minuten länger liegen, weil dein Kind gerade mit dir kuscheln möchte.
Nicht, weil du Angst haben musst, etwas zu verpassen. Sondern weil diese kleinen, unscheinbaren Augenblicke oft genau die Erinnerungen werden, die uns später am meisten bedeuten.
Und wenn du heute keine Kraft mehr dafür hast, gibt es morgen wieder neue Gelegenheiten, gemeinsam schöne Erinnerungen zu schaffen.
Denn irgendwann ist heute eine Erinnerung
Eines Tages wirst du alte Fotos anschauen und dich fragen, wann dein Kind eigentlich so groß geworden ist.
Du wirst dieses kleine Gesicht sehen, die winzigen Hände und vielleicht sogar die Stimme vermissen, mit der es früher deinen Namen gerufen hat.
Und dann wirst du dir vielleicht wünschen, noch einmal für einen einzigen Nachmittag zurückzukehren.
Nicht zu einem perfekten Urlaub oder einem besonderen Geburtstag.
Sondern zu einem ganz gewöhnlichen Dienstag, an dem ihr einfach zusammen wart.
Denn das Schönste an der Kindheit sind manchmal genau die Momente, von denen wir gar nicht wissen, wie besonders sie sind.
